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Junge Muslime in Deutschland – Integriert, aber nicht akzeptiert?

Muslime sind heute die größte religiöse Minderheit in Deutschland. In ihrer großen Mehrheit haben die muslimischen Einwanderer in Deutschland eine Heimat gefunden. Sie sind in den Arbeitsmarkt integriert, haben Familien gegründet und engagieren sich in der Gesellschaft. In zahlreichen Städten gehören repräsentativere Moscheebauten heute zum Stadtbild. Und auf vielen Friedhöfen können muslimische Familien inzwischen ihre Angehörigen nach islamischem Ritus bestatten. Insofern gehört der Islam längst zu Deutschland und bereichert die kulturelle Vielfalt des Landes. Trotzdem ist der Islam in seinen vielfältigen Ausrichtungen einem Großteil der Bevölkerung bislang fremd geblieben, und das nicht allein wegen der islamistisch motivierten Terroranschläge der vergangenen Jahre. Viele Menschen treibt bis heute die Frage um: Kann die Integration von Muslimen in ein säkulares Deutschland dauerhaft gelingen? Aktuelle Ergebnisse der repräsentativen Religionsmonitor-Umfrage der Bertelsmann Stiftung geben Antworten.

Der Religionsmonitor der Bertelsmann Stiftung

Moderne Gesellschaften zeichnen sich durch religiöse und weltanschauliche Vielfalt aus. Damit sind Konflikte, aber auch Chancen verbunden. Um die gesellschaftliche Bedeutung von Religion und die Einstellungen von Menschen unter anderem zu kultureller Vielfalt besser zu verstehen, haben wir den Religionsmonitor als empirisches Messinstrument entwickelt.

Referentin: Dr. Yasemin El-Menouar, Senior Expert bei der Bertelsmann Stiftung, ist seit 2014 Leiterin des Religionsmonitor Projekts. Der Religionsmonitor (bisher drei Befragungswellen) untersucht die Rolle der Religion und der zunehmenden religiösen Vielfalt in europäischen Gesellschaften. Seit 2018 forscht El-Menouar zudem als Associate Fellow der DGAP zur Rolle von Religionsgemeinschaften in der Außenpolitik. Die an der Universität zu Köln zum Dr. rer. pol. promovierte Soziologin und Islamwissenschaftlerin war 2005-2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialwissenschaften der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und leitete 2012-2014 im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge Forschungsprojekte im Auftrag der Deutschen Islam Konferenz.